Wurstpalast: Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:Bebenhäuser Pfleghof vor1900.jpg|mini|Vorgängerhaus (Besitzer Hutmacher Robert Fischer), Foto vor 1900 von Paul Sinner]]  
 
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Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus [[Neckargasse]] 1, Ecke [[Schulberg]] wurde im Jahr [[1900]] nach den Plänen des Stuttgarter Regierungsbaumeisters Adolf Katz gebaut. Bauherr war der Metzgermeister Gustav Völter. Zuvor stand dort das wohl mehrere Jahrhunderte alte Fischerische Haus. Das untere Nachbarhaus mit der Nr. 1 ½ entstand einige Jahre früher als Nr. 1, Völters Schwager Friedrich Schwägerle betrieb dort eine Bäckerei.  
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Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus [[Neckargasse]] 1, Ecke [[Schulberg]] wurde im Jahr [[1900]] nach den Plänen des Stuttgarter Regierungsbaumeisters [[Adolf Katz]] gebaut. Bauherr war der Metzgermeister Gustav Völter. Zuvor stand dort das wohl mehrere Jahrhunderte alte Fischerische Haus. Das untere Nachbarhaus mit der Nr. 1 ½ entstand einige Jahre früher als Nr. 1, Völters Schwager Friedrich Schwägerle betrieb dort eine Bäckerei.  
  
 
Das Backsteingebäude passte nach Auffassung vieler Zeitgenossen nicht in seine Umgebung. Es war nicht nur in seinen Formen "zu üppig" geraten, sondern auch mit einem für die Altstadt untypischen Material erbaut. Der Volksmund taufte es in Anspielung auf seinen Besitzer kurzerhand '''Wurstpalast'''. Auch einiger Fassadenschmuck (Säulen und Kranzringe) soll entsprechende Wurst-Assoziationen hervorgerufen haben.  
 
Das Backsteingebäude passte nach Auffassung vieler Zeitgenossen nicht in seine Umgebung. Es war nicht nur in seinen Formen "zu üppig" geraten, sondern auch mit einem für die Altstadt untypischen Material erbaut. Der Volksmund taufte es in Anspielung auf seinen Besitzer kurzerhand '''Wurstpalast'''. Auch einiger Fassadenschmuck (Säulen und Kranzringe) soll entsprechende Wurst-Assoziationen hervorgerufen haben.  
  
Es handelt sich um einen frühen, recht ungewöhnlichen "Jugendstil". Dr. [[Adolf Katz]] baute in Tübingen schon früher das Verbindungshaus [[Rhenania]] (1886) und die Stützmauer an der [[Mühlstraße]] (1887).  
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Es handelt sich um einen frühen, recht ungewöhnlichen "Jugendstil". Dr. Adolf Katz baute in Tübingen schon früher das Verbindungshaus [[Rhenania]] (1886) und die Stützmauer an der [[Mühlstraße]] (1887).  
  
 
Der neue "Palast" am [[Holzmarkt]] und die Kritik daran beschäftigte bald den [[Gemeinderat]] und führte dazu, dass Tübingen schon [[1907]] eine erste Stadtbildsatzung erhielt.  
 
Der neue "Palast" am [[Holzmarkt]] und die Kritik daran beschäftigte bald den [[Gemeinderat]] und führte dazu, dass Tübingen schon [[1907]] eine erste Stadtbildsatzung erhielt.  

Version vom 25. November 2019, 19:18 Uhr



Wurstpalast
Wurstpalast-mit-blumen.jpg
AdresseNeckargasse 1
72070 Tübingen
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Vorgängerhaus (Besitzer Hutmacher Robert Fischer), Foto vor 1900 von Paul Sinner

Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus Neckargasse 1, Ecke Schulberg wurde im Jahr 1900 nach den Plänen des Stuttgarter Regierungsbaumeisters Adolf Katz gebaut. Bauherr war der Metzgermeister Gustav Völter. Zuvor stand dort das wohl mehrere Jahrhunderte alte Fischerische Haus. Das untere Nachbarhaus mit der Nr. 1 ½ entstand einige Jahre früher als Nr. 1, Völters Schwager Friedrich Schwägerle betrieb dort eine Bäckerei.

Das Backsteingebäude passte nach Auffassung vieler Zeitgenossen nicht in seine Umgebung. Es war nicht nur in seinen Formen "zu üppig" geraten, sondern auch mit einem für die Altstadt untypischen Material erbaut. Der Volksmund taufte es in Anspielung auf seinen Besitzer kurzerhand Wurstpalast. Auch einiger Fassadenschmuck (Säulen und Kranzringe) soll entsprechende Wurst-Assoziationen hervorgerufen haben.

Es handelt sich um einen frühen, recht ungewöhnlichen "Jugendstil". Dr. Adolf Katz baute in Tübingen schon früher das Verbindungshaus Rhenania (1886) und die Stützmauer an der Mühlstraße (1887).

Der neue "Palast" am Holzmarkt und die Kritik daran beschäftigte bald den Gemeinderat und führte dazu, dass Tübingen schon 1907 eine erste Stadtbildsatzung erhielt.

Die Metzgerei Völter bestand bis 1969, die opulente Inneneinrichtung mit Majolika-Kacheln (Abbildung in Weblink Zeit-Zeugnisse) war da noch erhalten, wurde aber später beseitigt. Es folgten bis 1973 ein Kneipier, von 1973 bis 2003 der Juwelier Lachenmann, und seit 2004 ein Handy-Laden sowie daneben ein Seifengeschäft. Im Nachbarhaus ist heute ein Reisebüro.


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