Solarthermiepark Au

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Solarthermiepark Au
Solarthermie Au Tübingen Kollektoren.jpg
BetreiberStadtwerke Tübingen

Der Solarthermiepark Au liegt zwischen der Firma Autoverwertung Möck im Westen und dem Wasserwerk Au-Brunnen im Osten, bzw. Eisenbahnstraße im Norden und der B 28 im Süden.

Er unterstützt die Fernwärmeproduktion mit 12.000 qm Solarthermie-Kollektoren mit einer Leistung von max 7 MW und einer Jahresleistung von 6.000 MWh/Jahr umweltfreundlich mit regenerativer Energie.[1] Samt Technikgebäude und Wärmespeicher beträgt die Fläche des Solarthermieparks 23.200 qm.[2]

Baubeginn war im Januar 2024. Im Spätsommer 2025 ging die Anlage in den Testbetrieb, im Oktober 2025 wurde sie offiziell in Betrieb genommen.[2]


Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage besteht aus dem Kollektorenfeld, dem Technikgebäude, einem 20 Meter großen und 10 Meter breiten[2] Wärmespeicher (1.250 m³) und einem etwas kleinerem Druckausgleichstank.

Die Vakuumröhrenkollektoren mit hohem Wirkungsgrad werden mit einem geschlossenem Wasserkreislauf betrieben. Sie bestehen aus einem als bündelnden Spiegel profiliertem glänzendem Blech unter den luftleeren Glasröhren. In diesen Röhren sind wiederum außen schwarz beschichtete ca. ø40 mm Kupferrohre, welche die Wärme aufnehmen. In diesen Rohren sind dann etwa ø10 mm starke Stahlrohre mit dem Wasserkreislauf. Es wird wegen dem Wasserschutzgebiet kein Frostschutzmittel verwendet. Wärmetauscher heizen mit diesem Wasser aus den Kollektoren dann das eigentliche Fernwärmewasser an. Dieses kann in Spitzen (sehr sonnige Tage) dann in einem großen Warmwasserspeicher für die Nacht oder einige Stunden ohne Sonne gespeichert werden. Die Anlage ist für Fernwärme in den Übergangsmonaten unterstützend und im Sommer bei gutem Wetter kann sie fast alleine die benötigte Fernwärme liefern. Im Sommer wird die Fernwärme bei den Kunden fast nur nur Warmwasserbereitung verwendet. Im Winter ist diese Anlage nicht annähernd ausreichend und bringt nicht die benötigte Einspeisetemperatur. Dann ruht die Anlage. Daher wird bald eine Wärmepumpenanlage das wärmere Wasser des Klärwerks im Winter unterstützend in Fernwärme umwandeln. Ziel ist es, weniger Kraft-Wärme-Anlagen (erzeugen mit einem Motor Strom und mit der Abwärme Energie für die Fernwärme), die mit Gas betrieben werden, zu nutzen, um umweltfreundlicher und günstiger arbeiten zu können.

Der kleinere Tank dient wie ein Teil der Technik im Gebäude zum Druckausgleich im Fernwärmenetz Süd und Innenstadt. Auf dem Technikgebäude ist eine Photovoltaikanlage montiert.


Solarthermiepark & Freizeitfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2024 wurde folgende Planung beschrieben:


[...] Die 2,30 Meter hohen Kollektoren breiten sich über 12.000 Quadratmeter aus, dazu kommt noch ein Technikgebäude (mit einer Frontverglasung für einen Blick ins Innere) und ein rund 20 Meter hoher Speicherturm. Insgesamt nimmt die ganze Anlage die Fläche von drei Fußballfeldern ein.

Liefern soll die Anlage 6 000 Megawattstunden pro Jahr. Das deckt den Wärmebedarf von 400 Einfamilienhäusern ab und ersetzt beispielsweise 700.000 Liter Heizöl. Und erspart so 880 Tonnen CO2.

Mit diesen Werten ist der Solarthermiepark „Au“ schon Deutschlands drittgrößte Anlage. Was zum Beispiel in Dänemark schon viel verbreiteter ist (und damit auch realitätserprobt), ist bei uns fast noch Pionier-Tat. Kein Wunder, dass OB Boris Palmer und Stadtwerke-Chef Ortwin Wiebecke stolz auf das Projekt sind.

Freizeitfläche kommt: Zehn Millionen Euro kostet die Anlage - das ist 40 Prozent mehr, als sonst für ein Energie-Vorhaben dieser Größe anfällt. Aber diese 40 Prozent zahlt das Wirtschaftsministerium über seine Förderprogramme. Und so passt das dann auch für die Tübinger Kassen. Außerdem bleibt das Baugeld in der Region: Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt die Dettenhäuser Firma „Ritter Solar“ den Zuschlag.

In einem Jahr soll alles stehen - und noch eine Freizeitfläche im Norden der Wiese dazu. Die Nutzung dieser Fläche war ja nicht unumstritten. Boris Palmer hätte sich noch mehr Platz für die Kollektoren gewünscht, die Anwohner der Viertel ringsum wollten einen großen grünen Ausgleich zu ihren dichtbesiedelten Quartieren.

Die Aufteilung jetzt ist also ein Kompromiss. Etwa ein Drittel der Gesamtfläche zählt jetzt zum Freizeitareal. Darin ist erstmals ein Stück vom Au-Wald. Momentan ist der ja noch komplett hinter einem Zaun, aber ein Studium der Wasserschutz-Pläne hat ergeben, dass dieser Zaun etwas großzügig vorverlegt war. Tatsächlich ist er aber erst 15 Meter Richtung Waldinneres zwingend vorgeschrieben - deshalb kann ein Waldstreifen allgemein zugänglich gemacht werden. Was sonst noch genau auf diese Freizeitfläche kommt - das arbeitet das Stadtplanungsamt noch aus.


Fotos vor der Inbetriebnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]