Pressels Gartenhaus: Unterschied zwischen den Versionen

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(Das Gartenhäuschen in den Tübinger Blättern)
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Ganz in der Nähe ist ein später von der [[Studentenverbindungen|Studentenverbindung]] [[Akademische Gesellschaft Stuttgardia Tübingen|Stuttgardia]] erworbenes Grundstück, das Pressel zu einem Teil 1830 von den Weingärtnern Sebastian Jakob Brüssel und Johann David Waiblinger und zum andern Teil 1831 vom Weingärtner Jacob Waiblinger gekauft hatte. Die gelegntlich geäßerte Vermutung, das von Hesse beschriebene Gartenhaus könnte auf dem Stuttgardia-Grundstück gestanden haben, lässt sich nicht belegen. Pressel baute nach dem Erwerb der Grundstücke dort 1832 ein zweistöckiges Garten- bzw. Wohnhaus. Nach seinem Tod ging das Grundstück an die Witwe, 1855 an die Kinder und 1861 an den Oberhelfer Theodor Pressel, der es 1872 nach seiner Ernennung zum Dekan in Schorndorf an Katharina, die Frau des Kaminfegers Ammermüller, verkaufte. Diese heiratete nach dem Tod ihres Mannes den Kaminfeger Robert Stotz. 1882/83 wurde das Wohnhaus um einen Stock erhöht sowie verlängert, außerdem errichtete Stotz einen Schuppen. 1884/85 erwarb Johannes Kocher, Diener bzw. Präparator am [[Mineralogische Sammlung|mineralogischen Institut]], das Grundstück. Er verkaufte davon 1887 8,35ar an den Privatier Dr. Traugott Ludwig, der darauf 1888/89 das [[Verbindungshäuser|Corpshaus]] der [[Corps Franconia Tübingen|Franconia]] errichten ließ und 1891 dieses Grundstück an die Aktiengesellschaft Frankenhaus weitergab. Kocher veräußerte 1888/89 von seinem Grundstück weitere 8,91ar an Professor Hegelmaier.
 
Ganz in der Nähe ist ein später von der [[Studentenverbindungen|Studentenverbindung]] [[Akademische Gesellschaft Stuttgardia Tübingen|Stuttgardia]] erworbenes Grundstück, das Pressel zu einem Teil 1830 von den Weingärtnern Sebastian Jakob Brüssel und Johann David Waiblinger und zum andern Teil 1831 vom Weingärtner Jacob Waiblinger gekauft hatte. Die gelegntlich geäßerte Vermutung, das von Hesse beschriebene Gartenhaus könnte auf dem Stuttgardia-Grundstück gestanden haben, lässt sich nicht belegen. Pressel baute nach dem Erwerb der Grundstücke dort 1832 ein zweistöckiges Garten- bzw. Wohnhaus. Nach seinem Tod ging das Grundstück an die Witwe, 1855 an die Kinder und 1861 an den Oberhelfer Theodor Pressel, der es 1872 nach seiner Ernennung zum Dekan in Schorndorf an Katharina, die Frau des Kaminfegers Ammermüller, verkaufte. Diese heiratete nach dem Tod ihres Mannes den Kaminfeger Robert Stotz. 1882/83 wurde das Wohnhaus um einen Stock erhöht sowie verlängert, außerdem errichtete Stotz einen Schuppen. 1884/85 erwarb Johannes Kocher, Diener bzw. Präparator am [[Mineralogische Sammlung|mineralogischen Institut]], das Grundstück. Er verkaufte davon 1887 8,35ar an den Privatier Dr. Traugott Ludwig, der darauf 1888/89 das [[Verbindungshäuser|Corpshaus]] der [[Corps Franconia Tübingen|Franconia]] errichten ließ und 1891 dieses Grundstück an die Aktiengesellschaft Frankenhaus weitergab. Kocher veräußerte 1888/89 von seinem Grundstück weitere 8,91ar an Professor Hegelmaier.
 
<ref>[http://www.stuttgardia.info/geschichte/vom-25-jubilaeum-bis-zum-ausbruch-des-ersten-weltkriegs/das-stuttgardia-grundstuck-vor-1894/ Das Stuttgardia Grundstück vor 1894.]</ref>
 
<ref>[http://www.stuttgardia.info/geschichte/vom-25-jubilaeum-bis-zum-ausbruch-des-ersten-weltkriegs/das-stuttgardia-grundstuck-vor-1894/ Das Stuttgardia Grundstück vor 1894.]</ref>
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== Wilhelm Friedrich Waiblinger: An Hölderlin ==
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Komm herauf,
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Blick auf
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Mit Deinem irren Auge,
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Offnem Nebelgrab.
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Komm herauf,
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Schwanke hinan den Fusspfad,
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Über Herbstgesträuch-Abhang;
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Komm, es wartet Dein!
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Das windgebrochene Fenster!
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Deine Stadt liegt unten,
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Sind noch grün im Herbst,
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== Weblinks ==
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* Albrecht Kelletat: [http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/LXV198_39_1952_1/0049 Pressels Gartenthurm auf dem Österberg.] Tübinger Blätter, Nr. 39, 1952, Seite: 48-53.
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
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[[Kategorie:Gartenhäuschen]]

Version vom 4. April 2012, 21:55 Uhr

Pressels Gartenhaus ist bekannt aus Hermann Hesses Erzählung “In Pressels Gartenhaus” bekannt, in der über einen Ausflug der Tübinger Dichter Wilhelm Waiblinger, Eduard Mörike und Friedrich Hölderlin im Jahr 1823 berichtet wird.

Johann Gottfried Pressel, nach dem die Gottfried-Pressel-Straße benannt ist, hatte vor 1830 den sog. Ploucquet’schen Garten an der Stelle der späteren Anatomie gepachtet. Dort stand das von Wilhelm Waiblinger bewohnte Gartenhaus.

Ganz in der Nähe ist ein später von der Studentenverbindung Stuttgardia erworbenes Grundstück, das Pressel zu einem Teil 1830 von den Weingärtnern Sebastian Jakob Brüssel und Johann David Waiblinger und zum andern Teil 1831 vom Weingärtner Jacob Waiblinger gekauft hatte. Die gelegntlich geäßerte Vermutung, das von Hesse beschriebene Gartenhaus könnte auf dem Stuttgardia-Grundstück gestanden haben, lässt sich nicht belegen. Pressel baute nach dem Erwerb der Grundstücke dort 1832 ein zweistöckiges Garten- bzw. Wohnhaus. Nach seinem Tod ging das Grundstück an die Witwe, 1855 an die Kinder und 1861 an den Oberhelfer Theodor Pressel, der es 1872 nach seiner Ernennung zum Dekan in Schorndorf an Katharina, die Frau des Kaminfegers Ammermüller, verkaufte. Diese heiratete nach dem Tod ihres Mannes den Kaminfeger Robert Stotz. 1882/83 wurde das Wohnhaus um einen Stock erhöht sowie verlängert, außerdem errichtete Stotz einen Schuppen. 1884/85 erwarb Johannes Kocher, Diener bzw. Präparator am mineralogischen Institut, das Grundstück. Er verkaufte davon 1887 8,35ar an den Privatier Dr. Traugott Ludwig, der darauf 1888/89 das Corpshaus der Franconia errichten ließ und 1891 dieses Grundstück an die Aktiengesellschaft Frankenhaus weitergab. Kocher veräußerte 1888/89 von seinem Grundstück weitere 8,91ar an Professor Hegelmaier. [1]

Wilhelm Friedrich Waiblinger: An Hölderlin

Komm herauf, Jammerheiliger! Blick auf Mit Deinem irren Auge, Deiner Jugendschöne, Deines Kinderherzens Offnem Nebelgrab. Komm herauf, Schwanke hinan den Fusspfad, Über Herbstgesträuch-Abhang; Mein Gartenhäuschen, Jammerheiliger, Komm, es wartet Dein!

[...]

Steige hinan die Treppe, Öffn' es wieder, Das windgebrochene Fenster! Deine Stadt liegt unten, Und die treuen Weiden Sind noch grün im Herbst,

Weblinks

Quellen