Kulturlandschafts- und Streuobst-SoLaWi

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Die Kulturlandschafts- und Streuobst‑SoLaWi Tübingen hat ihren Sitz in Waldhausen 5.

Sie basiert auf dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) und transferiert dieses Konzept gezielt auf die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Produzent*innen und Konsument*innen (sog. "Prosument*innen) teilen sich Ernte, Verantwortung und gemeinschaftliche Aktionen.

Aktive Teilnahme bei Ernte, Baumpflege, Saftpressen, Herstellen von Erzeugnissen oder generell der Pflege dieser Kulturlandschaft ist ausdrücklich willkommen.[1]

Ziel ist es, den Menschen als Teil der Natur zu sehen; entsprechenden Lebensraum zu schaffen, gestalten, erhalten und zu nutzen.[2]

Machbarkeitsstudie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015/2016 wurde an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg eine Machbarkeitsstudie mit dem Titel "Streuobstwiesen-Solawi: Machbarkeitsstudie zur solidarisch-kooperativen Streuobstbewirtschaftung"[3] durchgeführt.

Ziel war es, die Machbarkeit eines solidarischen Modells zur gemeinschaftlichen Pflege und Nutzung von Streuobstwiesen zu prüfen. Anlass war die Frage, wie ökologisch wertvolle, aber wirtschaftlich unrentable Streuobstflächen durch bürgerschaftliches Engagement nachhaltig bewirtschaftet werden können.

Das Modell erwies sich als grundsätzlich machbar: Bürger*innen beteiligen sich finanziell und praktisch an Pflege, Ernte und Verarbeitung. Die Teilnehmer*innen schätzten die Transparenz über Herkunft und Verarbeitung der Produkte sowie die Möglichkeit, handwerkliche und ökologische Kompetenzen zu erwerben.

Trotz hohem Aufwand wurden Transparenz, Gemeinschaft und Bildung als Gewinn empfunden. Langfristig seien stabile Strukturen wie eine Genossenschaft sinnvoll, da zusätzliche Vermarktung nötig bleibt, um die Finanzierung zu sichern.

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach mehrmonatiger Vorbereitung startete im Juli 2015 das erste Wirtschaftsjahr der Kulturlandschafts- und Streuobst-SoLaWi. Der Beginn wurde durch eine PLENUM-Förderung[4] sowie das Engagement und Vertrauen von 25 Konsument*innen (sog. Prosument*innen) ermöglicht. Eineinhalb Jahre später hatte sich aus der ursprünglichen Idee ein sich selbst tragendes Projekt entwickelt.[5]

Träger war zunächst der Biolandhof Waldhausen. 2019 hat die Streuobst-SoLaWi sich mit der Gründung einer eigenen Genossenschaft (Genossenschaft in Gründung) selbstständig gemacht.[6] Seit 24. Januar 2023 ist sie fest als eingetragene Genossenschaft organisiert.[7]

Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die jährliche Vergabe der Obstanteile geschieht über sog. Bieterrunden, damit in der Gesamtsumme eine Kostendeckung gewährleistet ist. Der aktuelle Richtwert lag 2022/2023 bei etwa 30 Euro pro Monat.[8]

Wer mitmacht, erwirbt einen Obstanteil. Als Produkte gibt es beispielsweise diverse Früchte (Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel, Birnen) und deren Produkte - also Saft, Obstessig, Fruchtaufstriche, Sirups, oder, durch die Kooperation mit einem Imker, auch Honig.

Abholtag ist der Freitag in einem Depot in Waldhausen. Die Abholung findet zeitgleich und am selben Ort statt wie die Abholung für die SolaWIR Tübingen - also die entsprechende "Gemüse-SoLaWi".

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

https://www.streuobst-solawi.de/

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.baumwart-baumpflege.de/artenschutz-tuebingen-ausgleichsmassnahmen-biotoppflege/streuobst-solawi/ (abgerufen am 21. Juli 2025)
  2. vgl. https://www.streuobst-solawi.de/solawi-anteile-produkte/solawi-anteile, Minute 6:26
  3. vgl. https://www.hs-rottenburg.net/fileadmin/user_upload/Forschung/Forschungsprojekte/Management/SOLAWI/Abschlussbericht-SOLAWI-Streuobst.pdf (abgerufen am 21. Juli 2025)
  4. PLENUM bedeutet "Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und UMwelt" und ist ein naturschutzorientiertes Regionalentwicklungsprogramm (vgl. http://www.vielfalt-kreis-tuebingen.de/Startseite/foerderung/plenum.html)
  5. https://www.streuobst-solawi.de/ueber-solawi/uber-uns (abgerufen am 21. Juli 2025)
  6. vgl. Kern, Quirin Peter Alois: "Sich die Obst-Ernte teilen: Obstbau nach dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz" (Masterarbeit) https://forschung.boku.ac.at/en/publications/184675 (abgerufen am 22. Juli 2025)
  7. https://firmeneintrag.creditreform.de/72076/3490303739/KULTURLANDSCHAFTS_UND_STREUOBST_SOLAWI_EG (abgerufen am 22. Juli 2025)
  8. https://www.streuobst-solawi.de/aktuelles (abgerufen am 21. Juli 2025)