Friedrich Wilhelm Schnitzler: Unterschied zwischen den Versionen

Aus TUEpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche
(Mal wieder die ganzen blöden Verweise die hier auf TÜpedia nie blau werden können (Relevanz!) gelöscht)
Zeile 7: Zeile 7:


== Leben ==
== Leben ==
Er war von 1975 bis 1996 Ortsvorsteher des St. Johanner Teilortes Ohnastetten. Zuvor war er in der eigenständigen Gemeinde Ohnastetten Gemeinderatsmitglied und stellvertretender Bürgermeister gewesen. Während dieser Zeit war er auch als Schöffe am [[Landgericht|Landgericht Tübingen]] tätig. Der gelernte Landwirtschaftsmeister bewirtschaftete einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb und war als Wildschadenschätzer vereidigt. Der Bauernfunktionär und Kommunalpolitiker der CDU vereinigte 1975 die Bauernverbände [[Reutlingen]] und Münsingen zum Kreisbauernverband Reutlingen e.V. und war von 1962 bis 1992 1. Vorsitzender (Kreisobmann) des Kreisbauernverbandes Reutlingen und Lobbyist des Landesbauernverband in Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg unter Lothar Späth in enger Zusammenarbeit mit Ernst Geprägs. Schnitzler war Geschäftsführer der Bezirksmilchverwertung Reutlingen e.G. (BMV), Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der Südmilch AG Deutschland. 1984 wurde ihm durch den Bundespräsident Karl Carstens das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Sein Sohn ist der Künstler und Schauspieler [[Frank Christoph Schnitzler]].
"Fritz" Schnitzler war von Oktober 1962 bis Dezember 1974 Gemeinderat in der eigenständigen Gemeinde Ohnastetten und stellvertretender Bürgermeister. Während dieser Zeit war er auch als Ehrenamtlicher Richter|Schöffe am [[Landgericht]] Tübingen tätig. Nach der Gemeindereform war Schnitzler von 1975 bis 1996 Ortsvorsteher des St. Johanner Teilortes Ohnastetten und Mitglied des Ortschaftsrats. Der gelernte Landwirtschaftsmeister bewirtschaftete einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb und war als Wildschadenschätzer vereidigt. Der Bauernfunktionär und Kommunalpolitiker der CDU wurde im Januar 1962 zum Vorsitzenden des damaligen Bauernverbandes Reutlingen gewählt und vereinigte 1975 die Bauernverbände Reutlingen und Münsingen zum Kreisbauernverband Reutlingen e.V. Von 1962 bis 1992 war Schnitzler 1. Vorsitzender (Kreisobmann) des Kreisbauernverbandes Reutlingen und Lobbyist des Landesbauernverband in Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg unter Lothar Späth in enger Zusammenarbeit mit Ernst Geprägs. Friedrich Wilhelm Schnitzler war der erste politische Vertreter des bäuerlichen Berufsstandes im Landkreis Reutlingen. Sein besonderes Engagement galt der bäuerlichen Landwirtschaft. Besonders prägte er die Bereiche Milcherzeugung und -verarbeitung, in denen er wesentliche Strukturveränderungen erwirkte, die bundesweit heftige Auseinandersetzungen, auch innerhalb des Berufsstandes und mit der Politik zur Folge hatten. Schnitzler war maßgeblich bei der Gründung des Kreislandfrauenverband Reutlingen und des Landfrauenchores beteiligt. Danach war er Ehrenvorsitzender des Kreisbauernverband Reutlingen. Er eröffnete die erste politische Bauernversammlung, die Lichtmesstagung, in St. Johann und brachte somit erstmals die Lichtmess in die Gemeinde. Schnitzler war Geschäftsführer der Bezirksmilchverwertung Reutlingen e.G. (BMV), Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der Südmilch AG Deutschland. 1984 wurde ihm durch den Bundespräsident Karl Carstens das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Sein Sohn ist der Künstler und Schauspieler [[Frank Christoph Schnitzler]].


== Politischer Werdegang ==
== Politischer Werdegang ==

Version vom 20. Juli 2011, 19:13 Uhr

Friedrich Wilhelm Schnitzler - Bundesverdienstkreuz BRD 1984.jpg


Friedrich Wilhelm Schnitzler (* 16. Dezember 1928 in St. Johann-Ohnastetten; † 15. Juli 2011 in St. Johann-Ohnastetten) war ein deutscher Politiker (CDU) und Manager.


Leben

"Fritz" Schnitzler war von Oktober 1962 bis Dezember 1974 Gemeinderat in der eigenständigen Gemeinde Ohnastetten und stellvertretender Bürgermeister. Während dieser Zeit war er auch als Ehrenamtlicher Richter|Schöffe am Landgericht Tübingen tätig. Nach der Gemeindereform war Schnitzler von 1975 bis 1996 Ortsvorsteher des St. Johanner Teilortes Ohnastetten und Mitglied des Ortschaftsrats. Der gelernte Landwirtschaftsmeister bewirtschaftete einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb und war als Wildschadenschätzer vereidigt. Der Bauernfunktionär und Kommunalpolitiker der CDU wurde im Januar 1962 zum Vorsitzenden des damaligen Bauernverbandes Reutlingen gewählt und vereinigte 1975 die Bauernverbände Reutlingen und Münsingen zum Kreisbauernverband Reutlingen e.V. Von 1962 bis 1992 war Schnitzler 1. Vorsitzender (Kreisobmann) des Kreisbauernverbandes Reutlingen und Lobbyist des Landesbauernverband in Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg unter Lothar Späth in enger Zusammenarbeit mit Ernst Geprägs. Friedrich Wilhelm Schnitzler war der erste politische Vertreter des bäuerlichen Berufsstandes im Landkreis Reutlingen. Sein besonderes Engagement galt der bäuerlichen Landwirtschaft. Besonders prägte er die Bereiche Milcherzeugung und -verarbeitung, in denen er wesentliche Strukturveränderungen erwirkte, die bundesweit heftige Auseinandersetzungen, auch innerhalb des Berufsstandes und mit der Politik zur Folge hatten. Schnitzler war maßgeblich bei der Gründung des Kreislandfrauenverband Reutlingen und des Landfrauenchores beteiligt. Danach war er Ehrenvorsitzender des Kreisbauernverband Reutlingen. Er eröffnete die erste politische Bauernversammlung, die Lichtmesstagung, in St. Johann und brachte somit erstmals die Lichtmess in die Gemeinde. Schnitzler war Geschäftsführer der Bezirksmilchverwertung Reutlingen e.G. (BMV), Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der Südmilch AG Deutschland. 1984 wurde ihm durch den Bundespräsident Karl Carstens das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Sein Sohn ist der Künstler und Schauspieler Frank Christoph Schnitzler.

Politischer Werdegang

Friedrich Wilhelm Schnitzler Chef der Südmilch AG 1993
Friedrich Wilhelm Schnitzler bei CAMPINA GMBH 1993

Friedrich Wilhelm Schnitzler – Südmilch-Chef, Politiker und Bauernfunktionär

Der CDU Politiker Friedrich Wilhelm Schnitzler begann seine politische Laufbahn als Ortschaftsrat in dem Teilort Ohnastetten der Gemeinde St. Johann in Baden-Württemberg, in dem er von 1975 bis 1996 zum Ortsvorsteher gewählt wurde. Zuvor war er in der eigenständigen Gemeinde Ohnastetten Gemeinderatsmitglied und Stellvertretender Bürgermeister gewesen. Schnitzler wurde während dieser Zeit zum ehrenamtlichen Richter (Schöffe) beim Landgericht Tübingen berufen.

Als Landwirtschaftsmeister bewirtschaftete er, ebenfalls in Ohnastetten, einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb mit Schwerpunkt Milchproduktion auf einer Gesamtproduktionsfläche von ca. 30 Hektar und war als Wildschadenschätzer vereidigt. Schnitzler wurde 1962 zum Kreisobmann / Kreisvorsitzenden des Kreisbauernverband Reutlingen e.V. gewählt und übte dieses Amt bis 1992 aus. Bei der Gründung (Fusion des Nord- und Südverband) des Landesbauernverband in Baden-Württemberg wurde Friedrich Wilhelm Schnitzler als Lobbyist im Stuttgarter Landtag, damals unter Ministerpräsident Lothar Späth, gewählt. Schnitzler stand in enger Zusammenarbeit mit dem ersten Präsident des Landesbauernverband Ernst Geprägs und dem Präsident des Deutschen Bauernverbands Constantin Heereman von Zuydtwyck.

Der Milchproduzent Schnitzler stand unter Liefervertrag mit der Bezirksmilchverwertung (BMV) Reutlingen e.G. und wurde bald darauf zum 2. Geschäftsführer im Milchwerk Reutlingen, in Zusammenarbeit mit dem 1. Geschäftsführer Gottlieb Rapp, bestimmt. Als Aktionär der Südmilch AG und Mitglied in deren Aufsichtsrat wurde er dort zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Damaliger Vorstandsvorsitzender der Südmilch AG war Dr. Wolfgang Weber. Nach Gründung der Sachsenmilch AG durch die Südmilch AG, die dadurch finanziell geschwächt wurde und mehreren Betrugs- und Veruntreuungsfälle durch Weber (Südmilch-Skandal) kam es schließlich zum Vergleich der Südmilch AG - „Die Südmilch-Pleite“ - .
Dr. Wolfgang Weber flüchtete 1993 mit den ergaunerten ca. 20 Millionen DM nach Paraguay und begann dort eine Rinderzucht mit der er Rindfleisch für McDonald's produzierte. So rückte nun Friedrich Wilhelm Schnitzler zum Vorstandsvorsitzenden der Südmilch AG nach, da die Aktiengesellschaft durch Webers Flucht führungslos geworden war. Dadurch hatte Schnitzler die seltene Doppelfunktion des Vorstandsvorsitzenden und des Aufsichtsratsvorsitzenden der Südmilch AG inne.

Schnitzler fand in Zusammenarbeit mit seinen Aufsichtsratsmitgliedern ein milchverarbeitendes Unternehmen mit ähnlicher Betriebsstruktur wie die Südmilch AG – Die Campina GmbH & Co. KG - mit Firmensitz in Holland. Die heutige FrieslandCampina Germany GmbH mit Sitz in Heilbronn. Schnitzlers Verhandlungsgeschick mit der Campina GmbH & Co. KG erwies sich als sehr erfolgreich für die Mitarbeiter und Milchlieferanten der Südmilch AG. So konnte Schnitzler schlimmeres verhindern und sogar Teile der Südmilch AG retten, da verschiedene Rezepturen und noch 2 Sitze der Südmilch AG Aufsichtsräte bei der FrieslandCampina Germany verbleiben konnten.

Orden / Auszeichnungen

  • Bundesverdienstkreuz am Bande
  • Ehrenvorsitzender des Kreisbauernverband Reutlingen

Weblinks

Einzelnachweise

Facebook