Unterjesingen

Aus TUEpedia
Wechseln zu:Navigation, Suche


Wappen Unterjesingen.png
Unterjesingen
Stadtteil von: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Koordinaten: 48° 31′ 36″ N, 8° 58′ 40″ E
Höhe: 361 m ü. NN
Fläche: 8,73 km²
Einwohner: 2.758
Stand: 30. Juni 2010
Postleitzahl: 72070
Vorwahl: 07073
Eingemeindung: 1. Juli 1971[1]
Gemeindeschlüssel:
Ortsteilgliederung:
Adresse der
Stadtverwaltung:
Jesinger Hauptstraße 56
72070 Tübingen-Unterjesingen
Webpräsenz:
Ortsvorsteher: Alexander Muders


UnterjesingenGeo-Cache leeren
Die Karte wird geladen …

Der Tübinger Ortsteil Unterjesingen liegt sechs Kilometer westlich der Kernstadt im Ammertal. Durch den Ort führt die Ammertalbahn und die Bundesstraße 296 in Richtung Herrenberg, die das Dorf in zwei Teile trennt. Der obere Teil liegt am Südhang des Schönbuchs.


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterjesingen hieß ursprünglich Isingen und wurde Ende des elften Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. 1275 erhielt es den Namen Yesingen beziehungsweise 1294 Jesingen. Zunächst gehörte es den Tübinger Pfalzgrafen, bevor es im 14. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Ow gelangte, welche auf Schloss Roseck und somit auf Jesinger Gemarkung wohnten. Auch die Klöster Bebenhausen, Blaubeuren und Kreuzlingen hatten Besitz im Ort. Das Kloster Bebenhausen kaufte 1410 die Burg Roseck samt den Vogteirechten an Jesingen von Burkart von Hölnstein. Somit fiel die hohe Gerichtsbarkeit an Württemberg. 1534 wurde Jesingen protestantisch.[2]

1807 gelangte Jesingen zum Oberamt Tübingen und 1810 zum Oberamt Herrenberg. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhielt Jesingen an der Ammer den Namen Unterjesingen, während das andere Jesingen bei Herrenberg zu Oberjesingen wurde. Ab 1938 gehörte Unterjesingen zum Kreis Tübingen. Bei der Gemeindereform 1971 wurde es zu einem Stadtteil Tübingens.[2]

Das Unterjesinger Rathaus stammt von 1750 und besitzt drei Rundbogentore; die Schlusssteine der Tore sind mit Wappen, die Fassade mit einem Fugennetz verziert. Entlang der Hauptstraße sieht man noch einige Fachwerkhäuser mit Rundbogeneinfahrten und Höfen. Neben der spätgotischen Barbarakirche befindet sich die 1784 erbaute Rosecker Kelter mit historischem Bauernhaus. Heute befindet sich darin das Isinger Dorfmuseum, in dem die Heimatgeschichte festgehalten und dargestellt ist.

Die zahlreichen Weingärten an den sonnigen Südhängen sind ein Markenzeichen von Unterjesingen. Der örtliche Weinanbau ist alte Tradition und prägt die örtliche Landwirtschaft schon seit Jahrhunderten. [3]

2024 wurde Alexander Muders als Nachfolger des langjährigen Ortsvorstehers Michael Rak gewählt.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der B 296 und die gefährliche Abfahrt zum Wohngebiet Ammerhof sind Grund für gehäufte Unfälle auf der Strecke Tübingen/Unterjesingen, teils mit tödlichem Ausgang.[5][6][7] Bereits 2003 wurden die Grenzen des Bundesimmissionschutzgesetz für Stickstoffdioxid (NO2) bzw. für Feinstaub (PM10) in der Jesinger Hauptstraße überschritten. [8]Unterjesingen war 2006 unter den 30 Orten Deutschlands mit den häufigsten Grenzwertüberschreitungen (84) auf Platz 6. [9] Durch die eingeführten Pförtnerampeln verschiebt sich nun der Stau nur hinter die Ortsschilder, teilweise bis zum Bahnübergang Pfäffingen.
Ergebnisse des Luftreinhalteplans: Berichtsvorlage Verkehrsplanungs- und Umweltausschuss (1.März 2009)

Die lange Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 296 (früher 28) belastet Unterjesingen durch starken Verkehr, Lärm, Luftverschmutzung. Schon seit Jahrzehnten(!), mindestens seit den 1980er Jahren, gibt es Planungen und kontroverse Vorschläge, intensive lokale Debatten, Petitionen und laufende Abstimmungen auf kommunaler und regionaler Ebene. Mehrere Lösungsvarianten konkurrierten, so eine Umgehungsstraße im Süden, ein Tunnel im Norden, eine Untertunnelung der Ortsdurchfahrt, eine Südumgehung mit teilweisen Tunnelstrecken und halboffenen Abschnitten mit Lärmschutzwällen, oder keine größere Baumaßnahme mit Verbot des Schwerlastverkehrs und Ausbau des Bahnverkehrs. Bis heute (2025) ist keine Entscheidung in Sicht. [10][11][12]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lagekarte Unterjesingen
Blick auf Unterjesingen und das Ammertal
Die Barbarakirche vor Weinbergen
Der Ort im Schnee
Blick auf den Ort von Süden (oben Schloss Roseck)
Unterjesinger Weinberge im Winter

Die bekannte Fußballerin Kim Kulig hat beim SV Poltringen begonnen – zunächst in den Jungenmannschaften. Über Unterjesingen wechselte sie in die Jugend des Zweitligisten Sindelfingen. Profitiert hat auch der SV Unterjesingen von Kuligs Karriere im Nationalteam: Als ausbildender Jugendverein hat der SVU wie auch der SV Poltringen und der VfL Sindelfingen eine Prämie von 1000 Euro bekommen. [13][14]


Wohngebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungserweiterung Jesinger Loch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 hat der Unterjesinger Gemeinderat den Antrag für eine Siedlungserweiterung im Bereich des Jesinger Lochs auf einer Fläche von ca. 2,97 ha gestellt, dieser Antrag wurde vom Regierungspräsidium abgewiesen. [15]"

Ortsmittenprojekt "Auf der Mauer"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

der Genossenschaft "Unterjesingen. gut. leben - in jedem Alter" eG: Ausgangslage: Mitten im Ort ein Mehr­fach­grund­stück. Aber eine immer stär­ker betei­ligte Bürger­schaft will bald mehr als nur die ein­fache "Lö­sung", wo ein Investor Woh­nungen und her­ge­brachtes betreu­tes Woh­nen baut. Es soll eine veri­table Orts­mitte für alle ent­stehen:

Bauen, (bezahl­bar) Wohnen, So­ziales, Inklu­sion und Betreu­ung und Pflege werden mit­ein­ander ver­knüpft. Die Nah­ver­sorgung wird ebenso mit­gedacht wie die Frage der "Gewin­nung hel­fender Hände" (weit über Fach­kräfte hinaus). Eine ge­stufte Wohn­pflege­idee ­steht dahinter. Alles als Gemein­wohl orga­ni­siert. Und schon in diesem Pro­zess ist richtig viel örtliche Gemein­schaft ge­wachsen.

  • Mitte 2025: Avisierter Baubeginn
  • Dez. 2024: Ortschaftsrat und Planungsausschuss befürworten Verkauf des Grundstücks an die Genossenschaft
  • Sept. 2024: nestbau AG übernimmt Projektunterstützung und Steuerung des eigentlichen Bauprojekts
  • zur ausführlichen Chronologie


Im Februar 2025 wird versucht, möglichst viele Menschen - ob aus Unterjesingen oder von anderswo - zur Mitarbeit einzuladen:

  • neue Genossenschafts-Mitglieder
  • gerne auch mit freiwilligen Mehrfach-Anteilen.
  • Darlehensgeber
  • Außerdem geht es bald los mit dem Umbau der 350 Jahre alten Scheuer. Sie steht unter Denkmalschutz und soll zum "Wohnzimmer für alle" umgebaut werden.

Gastronomie und Hotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterjesinger Vereine im Web[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]