Tübinger Waffenläufer

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Der Tübinger Waffenläufer gehört zu den weltberühmten Stücken des Museums der Universität (MUT) auf dem Schloss Hohentübingen.

Tübinger Waffenläufer

Geschichte[Bearbeiten]

Wahrscheinlich hat ein Sieger im Waffenlauf die Bronzefigur um 485 v. Chr. in Auftrag gegeben und sie dann als Weihegabe der Akropolis von Athen überlassen. Carl Sigmund Tux hatte den damals in seiner Bedeutung noch nicht erkannten Wachsguss bereits 1798 der Universität Tübingen geschenkt. Mit der Universitätsbibliothek zog er 1831 aufs Schloss, 1833 bekam er dort - nun als herausragendes Kunstwerk gewürdigt - einen eigenen Sockel mit Haube im Nordost-Turm. Auf dem Umweg über verschiedene Unterkünfte der Antikensammlung im Pfleghof und in der Wilhelmstraße 9 fand die Bronzestatuette 1997/98 ihren Weg wieder aufs Schloss, in das selbe Turmzimmer, das sie vor über 100 Jahren verlassen hatte.[1]

Beschreibung der Figur[Bearbeiten]

Das 16,35 cm hohe massive Bronzefigürchen fehlt der einst separat gearbeitete Schild und der Helmbusch ist weggebrochen. Die Oberfläche zeichnet sich durch feine Nacharbeit aus. Der behelmte Bärtige steht in der für die Griechen typischen Starthaltung: linkes Bein leicht vorgestellt, rechter Arm mit offener Hand weit vorgestreckt. Seine Nacktheit kennzeichnet den abgebildeten Mann als Sportler. Sie entspricht jedoch nicht der Realität, denn die Waffenläufer trugen beim Wettlauf über 2 Stadien (350 Meter) zu Schild und Helm noch den schweren Panzer, manchmal sogar auch Beinschienen. Der Waffenlauf diente zur körperlichen Ertüchtigung der schwerbewaffneten Krieger. Gleichzeitig stellte er eine Kampftaktik dar: So hatte das vereinte griechische Heer bei der Schlacht von Marathon 490 v. Chr. mit seinem Angriff im Laufschritt die entscheidende Niederlage der Perser eingeleitet.[1]

Quellen[Bearbeiten]