Heinrich Seeger
Heinrich Seeger[1] (* 1888, † 25. April 1945 in Berlin) war ab 1923 evangelischer Religionslehrer am Tübinger Uhland-Gymnasium. Als ausgebildeter Pfarrer predigte er auch immer wieder in der Stiftskirche. Wegen seiner Hinwendung zur Bekennenden Kirche bekam er Schwierigkeiten mit den NS-Machthabern. 1939 wurde er während eines Urlaubs wegen seiner Homosexualität in Breslau verhaftet und nach dem von den Nazis verschärften Paragraphen 175 in zweiter Instanz zu sechs Monaten Gefängnisstrafe verurteilt.
Wegen der Verurteilung verlor Heinrich Seeger seine Stelle als Lehrer und damit seine Lebensgrundlage. Sowohl die Universität Tübingen als auch die Universität Breslau entzogen ihm 1940 seine Doktorentitel, was ihm auch eine andere wissenschaftliche Betätigung unmöglich machte. Seeger musste Tübingen verlassen. Seine Wohnung hatte sich von 1923 bis 1939 im zweiten Stock der Eugenstraße 32 befunden. Seeger zog nach Berlin und war dort beim Evangelischen Bund beschäftigt. Trotz seines Alters wurde er kurz vor dem Kriegsende 1945 noch zum Volkssturm eingezogen, wo er am 25. April 1945 in Berlin-Lichterfelde gefallen ist.
Die Universität Tübingen hat Seeger im Jahr 2003 offiziell rehabilitiert.[2] Die unberechtigte Aberkennung seines Doktorgrades in der NS-Zeit wurde damit zurückgenommen.
Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ www.lsbttiq-bw.de Unzucht getrieben mit verdorbenen Subjekten der Großstadt - Auf den Spuren des Orientalisten und Religionslehrers Dr. Dr. h.c. Heinrich Seeger (mit Foto von Heinrich Seeger)
- ↑ https://idw-online.de/de/news?print=1&id=72758#:~:text=Universit%C3%A4t%20nimmt%20Aberkennung%20von%20Doktorgraden%20zwischen%201933,des%20Senatsbeschlusses%20von%201947%20durch%20Fakult%C3%A4tsbeschl%C3%BCsse%20Durch