Gebr. Metz

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Villa Metz in der Hechinger Straße 13, das ehemalige Verlagsgebäude der Gebr. Metz. Heute Haus der Kirche.
Die wahrscheinlich kürzeste Fußgängerbrücke Tübingens im Garten der Villa Metz in der Hechinger Straße, Ecke Eugenstraße. Dahinter eine vergitterte Grotte.

Der Postkartenverlag Gebrüder Metz in Tübingen war ein sehr erfolgreiches Unternehmen, das eine Vielzahl von Postkarten mit überregionalen Motiven herstellte und vertrieb. Ab 1890 wuchs die Postkartenproduktion exponentiell. Die Gebrüder Heinrich und Gustav Metz in Tübingen hatten die Chance erkannt und begannen nach der Übernahme des väterlichen Betriebs im Jahr 1896 mit der Herstellung von eigenen Postkarten. Die Mehrheit der frühen Metzkarten wurde von den Druckereien Garte und Röder in Leipzig hergestellt.

Das Sortiment der Firma Metz umfasste vor allem Ansichtskarten von Städten, Straßenzügen und einzelnen Gebäuden wie Hotels, Gaststätten, Postgebäuden, Bahnhöfen sowie Porträts, Trachten und Kostümen. Darüber hinaus gab es Aufnahmen von Festen, Ausstellungen und Katastrophen. Die Karten geben die Wirklichkeit aber nicht gänzlich unverfälscht wieder, denn auch die Firma Metz machte von den Möglichkeiten der Retusche und Collage Gebrauch.

Die Firma beschäftigte auf Postkartenmotive spezialisierte Fotografen, die nach genau festgelegten Routen Europa bereisten. Die Firma besaß sogar eine an eine Feuerwehrleiter erinnernde Drehleiter, um die besten Perspektiven zu ermöglichen.

Der Tübinger Kunstverlag hat 1897 in der Clarastrasse 25 in Basel eine erste Zweigstelle eröffnet, die von Gustav Metz geleitet wurde. Bereits um 1897 lässt sich die erste Lithokarte von Metz in Basel belegen. Da die Räumlichkeiten aber schon bald zu knapp wurden, zog er 1898 an die Reichensteinerstrasse 18, wo er in den Hinterhofräumlichkeiten einen Ansichtskarten- und Postkartenverlag einrichtete. Er produzierte die Karten nicht selber, sondern bezog sie in der Mehrheit aus Tübingen und betrieb eine florierende Kunstverlagsanstalt.[1]

1986 geriet der Verlag wegen der reduzierten Nachfrage in Konkurs und wurde von einer italienischen Firma übernommen.[2] Später gingen die Rechte an einen ebenfalls traditionsreichen Verlag in Salzburg, der "Gebr. Metz" seitdem mit im Namen führt (Risch-Lau & Gebr. Metz GmbH).[3] [4]

Das reichhaltige Archiv wurde 1991 vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg[5] in sein Bildarchiv übernommen. 1994 wurde es in die Denkmalliste des Lands Baden-Württemberg eingetragen.[6] Das Findmittel, die sogenannten 'Blaumappen' wurden mikroverfilmt und kann in Stuttgart eingesehen werden. Von den ca. 270.000 Negativglasplatten sind bisher ca. 6000 Negative digitalisiert worden.[7] Seit 2009 werden ausgewählte Scans vom Haus der Geschichte auf flickr gezeigt.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]