Familie Ulma
Die Familie Ulma ist eine seliggesprochene Familie - Eltern mit 6 Kindern-, die 1944 in Polen von deutschen "Ordnungspolizisten" erschossen wurde, weil sie jüdische Mitbürger versteckt hatten. Die Reliquie mit den Knochenstücken der seliggesprochenen Familie Ulma war im Oktober 2024 drei Tage lang in Tübingen in der Sankt-Petrus-Kirche in Lustnau aufbewahrt und ausgestellt.
[...] Die Familie Ulma, das waren das Ehepaar Józef, ein Bauer und Amateurfotograf, und Wiktoria sowie ihre sechs kleinen Kinder, die Anfang des 20. Jahrhunderts in der kleinen polnischen Stadt Markowa lebten. Glücklich sehen sie aus auf den Bildern der Tafeln. Vereint. Die Mutter hilft einem Kind bei den Hausaufgaben. Wie andere Bewohner Markowas, hatten die Ulmas im Sommer 1942 miterlebt, wie Juden von den deutschen Besatzern aus ihren Häusern geholt, erschossen und auf dem Grundstück des ehemaligen Tierfriedhofs begraben wurden. Im Herbst 1942 nahmen sie selbst eine jüdischen Familie namens Szall bei ihnen auf, als diese darum gebeten hatte. Zusammen mit zwei jüdischen Schwestern, Golda und Layka Goldman. Obwohl auch die Menschen mit dem Tode bestraft wurden, die Juden versteckten. Und die, die davon wussten. Die Ulmas wurden verraten. In der Nacht vom 23. auf den 24. März 1944 kamen deutsche Polizisten aus Łańcut unter Führung des Ostfriesen Eilert Dieken. Sie fanden die Szalls und Goldmans auf dem Hof der Ulmas und erschossen sie. Danach die ganze Familie Ulma: Józef, Wiktoria, die im siebten Monat schwanger war. Es folgten die sechs kleinen Kinder, die zuvor alles hatten anschauen müssen: Stanisława, Barbara, Władysława, Franciszka, Maria und Antoni. Das älteste Kind war gerade erst eingeschult worden. Alles vor den Augen von Dorfbewohnern – zur Abschreckung. Während der Hinrichtung setzte bei Wiktoria die Geburt des siebten Kindes ein. Es heißt, als Dorfbewohner später die Leichen ausgegraben hatten, habe das Köpfchen aus der Scheide herausgeschaut. [...]
Siehe auch Jozef und Wiktoria Ulma (Wikipedia)