Ehemalige Bäume

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Hier im Artikel ehemalige Bäume können besondere Bäume einen Platz finden, in Bild und Text und Geschichten, die es nicht mehr gibt. Denn immer wieder werden Bäume gefällt: Teils, weil die Bäume drohen, ab- oder umzubrechen, oder weil der Platz z.B. für einen Neubau benötigt wird, oder nur um Platz für Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe zu schaffen.

Die alte Ulrichslinde oben am Schloss ist 1982 durch eine junge Linde ersetzt worden
Wer kannte ihn noch, den großen Taubenbaum am Anfang der Neckarinsel? Da war er bis Februar 2013.
  • Zwei ehemalige Bäume in der Wöhrdstraße, gefällt im November 2025 aus Gründen der Verkehrssicherheit
    Ehemalige Bäume an der Kurve in der Olgastraße
    1908: ehemalige Akazienallee am Anlagensee
Baum gefällt im Oktober 2025 in der Eisenbahnstraße bei den Vonovia-Häusern
Gefällter Walnussbaum in der Aixer Straße im November 2025
  • 2025: Walnussbaum nahe der Ballspielhalle in der Aixer Straße - im Jahr zuvor hatte die Stadt schon die Äste zu 95% abgesägt - wegen Krankheitsbefall sei ihre Stabilität nicht mehr zu gewährleisten gewesen. Der Baum hatte in einem Jahr nach Kräften neue Triebe gebildet und das Beste draus gemacht, trotzdem durfte er nicht verschlankt weiterleben. Traurig, findet ein Anwohner! Die Nachfrage beim städtischen Grundflächenamt-Mitarbeiter ergab: der Baum habe größere Risse in der Rinde gehabt und sei vom Brandkrustenpilz befallen gewesen, weshalb die Standfestigkeit beeinträchtigt gewesen sei, was an der Stelle - Nähe der Sporthalle & der Bushaltestelle - für Fällung & Pflanzen eines neuen Baumes gesprochen habe.[1]
Baumstumpf in der Herrenberger Straße vor Bäckerei Walker im Februar 2026


Baumschwund trotz besseren Wissens

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Obwohl der Wert Alter, großer Bäume für das Stadtklima der Stadtverwaltung bewusst ist, wurden im Zeitraum 2018-2026 mehr Bäume gefällt als nach gepflanzt. Die deutsche Umwelthilfe hat in einer Studie 1873 gefällte Bäume für Tübingen ermittelt.


[...] „Bäume haben einen deutlich größeren Einfluss auf das Stadtklima als Rasenflächen oder niedriges Grün wie Sträucher – insbesondere ältere Bäume mit großen Kronen“, erklärt die Umwelthilfe. Bäume spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung und tragen dazu bei, Hitzeinseln in Städten zu reduzieren. „Für das Klima in einer Stadt ist es daher besonders wichtig, bestehende große Bäume zu erhalten und den Verlust von Baumkronen möglichst zu vermeiden.“

[...] Für Tübingen schlüsselt der Hitzereport einen Beschirmungsgrad der besiedelten Fläche durch Bäume von 22,39 Prozent auf, eine Zunahme um 0,56 Prozentpunkte seit 2018. Zum Vergleich: Die Nachbarstadt Reutlingen kommt auf 19,68 Prozent. In Freiburg messen die Experten 18,72 Prozent. Den Tübinger Baumverlust beziffert die Umwelthilfe mit 1873 verschwundenen Bäumen seit 2018. [...] Was weiß die Stadt Tübingen über ihren Baumverlust? Die Stadtverwaltung informiert den Gemeinderat jedes Jahr über Baumfällungen. Notwendig werden diese, wenn Bäume krank oder abgestorben sind. In der zurückliegenden Periode standen 68 Bäume mit einem Stammdurchmesser über 30 Zentimeter auf der Liste. Grundsätzlich pflanzt die Stadt immer nach, außer es ist wegen zu großer Verschattung anderer Bäume nicht erforderlich oder aus anderen Gründen nicht möglich, erklärt Philipp Keller, Abteilungsleiter „Wasserwirtschaft und Grün“. Seit 2024 werden auf Wunsch des Gemeinderats auch die Fällungen von kleinen Bäumen bis zu einem Stammdurchmesser von 30 Zentimetern aufgelistet, hier waren es 69 Stück auf der Liste von 2025. Es handle sich dabei meist um Wildwuchs, erklärt Keller. Nachgepflanzt werden solche Bäume in der Regel nicht. Für den Erhebungszeitraum von 2019 bis 2025 geht Philipp Keller von insgesamt rund 1000 gefällten Bäumen aus. [...] Die Studie der Umwelthilfe unterscheidet nicht zwischen privaten und öffentlichen Flächen. Für Fällungen sowie Nach- oder Neupflanzungen auf privater Fläche liegen der Stadtverwaltung keine Zahlen vor. Flächenmäßig machten die aber den größeren Anteil aus. Anzunehmen sei, dass im privaten Bereich „viele Bäume immer noch ersatzlos entfallen“, so Keller.

Wie viele Bäume hat die Stadt tatsächlich nachgepflanzt? Vorgesehen waren rund 500 Nachpflanzungen im genannten Zeitraum, davon seien 300 Pflanzungen im Moment aber noch offen, informiert Keller. Wann diese Nachpflanzungen erfolgen, könne er nicht genau sagen. Aktuell fehlten die Kapazitäten und Ressourcen im Fachbereich. Eine Nachpflanzung sei im innerstädtischen Bereich oft auch nicht ohne Weiteres möglich. „Der Boden an Straßen verdichtet sich über die Jahre stark“, erklärt der Fachbereichsleiter. „Bevor ein neuer Baum gepflanzt werden kann, muss das Baumbeet und der Boden aufgewertet werden.“ Ohne eine solche Aufwertung seien junge Bäume in der Stadt kaum noch überlebensfähig. Gewässert und gepflegt werden müsse der Baum fünf Jahre lang. Für Neupflanzungen liegen der Stadt keine exakten Zahlen vor. Keller schätzt, 250 Bäume könnten es im Zeitraum von 2018 bis 2025 sein. [...]

Wie groß ist der Rückgang auf städtischen Flächen? Die Auswertung der Umwelthilfe werde nicht „vollständig korrekt“ sein, davon geht Keller aus. Den Trend bilde sie aber sicherlich ab. „Wir haben auf der städtischen Fläche einen Netto-Baumverlust“, fasst er zusammen. Bei 1000 Fällungen, 200 Nachpflanzungen und 250 Neupflanzungen kommt ein Rückgang von rund 550 Bäumen auf städtischer Fläche in besagtem Zeitraum zusammen. Die reine Zahl an Verlusten sei aber nicht ausschlaggebend, betont Keller. Wichtig sei das Kronenvolumen in der Stadt und „ein gesunder, vitaler, klimaangepasster, homogen verteilter und möglichst alter Baumbestand“, so Keller weiter. „Ein sehr alter Baum ist deutlich mehr wert als zehn junge.“[...]


  1. ↑ Auskunft per E-Mail im November 2025 an Tüpedia Autor Abilus