Marquardtei: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Marquardtei''' in der [[Herrenberger Straße]] 34 heißt seit einigen Jahren [[Schnitzelakademie zur Marquardtei]]. Sie wurde davor mehrere Jahre direkt vom [[Tübinger Studentenwerk]] betrieben, wird aber inzwischen an die Familie Uibel verpachtet.<ref>[http://www.stuwe-tuebingen.de/?Marquardtei Tübinger Studentenwerk e.V.]</ref> Seit 2009 existiert in der Gaststätte ein kostenfreier [[WLAN-Hotspots|WLAN-Hotspot]].
 
Die '''Marquardtei''' in der [[Herrenberger Straße]] 34 heißt seit einigen Jahren [[Schnitzelakademie zur Marquardtei]]. Sie wurde davor mehrere Jahre direkt vom [[Tübinger Studentenwerk]] betrieben, wird aber inzwischen an die Familie Uibel verpachtet.<ref>[http://www.stuwe-tuebingen.de/?Marquardtei Tübinger Studentenwerk e.V.]</ref> Seit 2009 existiert in der Gaststätte ein kostenfreier [[WLAN-Hotspots|WLAN-Hotspot]].
  
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Die Gaststätte '''Marquardtei''' war früher die Brauereigaststätte der [[Brauerei G. Marquardt]]. Das Gebäude wurde [[1910]] von dem Tübinger Architekten [[Franz Bärtle]] erbaut und ist außen wie innen weitgehend original erhalten geblieben.  
 
Die Gaststätte '''Marquardtei''' war früher die Brauereigaststätte der [[Brauerei G. Marquardt]]. Das Gebäude wurde [[1910]] von dem Tübinger Architekten [[Franz Bärtle]] erbaut und ist außen wie innen weitgehend original erhalten geblieben.  
  
Die Vorgeschichte reicht bis ca. [[1818]] zurück, als der Büchsenmacher Karl Nisch aus Tirol an der Herrenberger Straße ein Gartenhaus kaufte. Gegen behördliche Widerstände baute er es zum Wohnhaus um. Später wurde daraus die sogenannte Büchsenkneipe. Es war auch Stammlokal korporierter Studenten, die sich "Bixiers" nannten, was von Büchse abgeleitet ist. Noch heute nennen sich die Mitglieder der [[Germania|Burschenschaft Germania]] Bixiers.   
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Die Vorgeschichte reicht bis ca. [[1818]] zurück, als der Büchsenmacher Karl Nisch aus Tirol an der Herrenberger Straße ein Gartenhaus kaufte. Gegen behördliche Widerstände baute er es zum Wohnhaus um. Später wurde daraus die sogenannte Büchsenkneipe. Es war auch Stammlokal korporierter Studenten, die sich "Bixiers" nannten, was von Büchsenkeipe abgeleitet ist. Noch heute nennen sich die Mitglieder der [[Germania|Burschenschaft Germania]] Bixiers.   
  
In den [[1840]]er Jahren wurde hier von einem Herrn Reiß eine Brauerei gegründet. Diese wurde 1887 von Georg Marquardt übernommen, der sie zur [[Brauerei G. Marquardt]] ausbaute. Der Name des Bieres war ''Tübinger Hofbräu''. Einige Jahre nach seinem Tod wurde die Brauerei 1921 von der ''Stuttgarter Hofbräu AG'' gekauft. Es ist nicht bekannt, ob und bis wann danach hier noch Bier gebraut wurde. Die Gastwirtschaft '''Marquardtei''' exisitierte aber weiter, bis heute. Sie wurde jahrzehntelang (bis 1945) von Eugenie Lenz geführt. Nach einer Nutzung durch die Franzosen war von 1949 bis 1970 Hermann Lindenschmid aus Lustnau der Wirt. 1970 wurden die Brauereigebäude abgerissen. Auch zwei schöne Biergärten, die sehr beliebt waren, wurden beseitigt, was viele Ältere noch heute bedauern. Auf dem Gelände wurde ein großes modernes Wohn- und Geschäftszentrum errichtet. 1979 wurde das Lokal zunächst an das [[Tübinger Studentenwerk]] verpachtet, die es bald kaufte. Sehr beliebt in dieser Zeit waren die vielen Kartoffelvariationen. [[2005]] übernahm die Familie Uibel die Gaststätte.  
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In den [[1840]]er Jahren wurde hier von einem Herrn Reiß eine Brauerei gegründet. Diese wurde [[1887]] von Georg Marquardt übernommen, der sie zur [[Brauerei G. Marquardt]] ausbaute. Der Name des Bieres war ''Tübinger Hofbräu''. Einige Jahre nach seinem Tod wurde die Brauerei [[1921]] von der ''Stuttgarter Hofbräu AG'' gekauft. Es ist nicht bekannt, ob und bis wann danach hier noch Bier gebraut wurde. Die Gastwirtschaft '''Marquardtei''' exisitierte aber weiter, bis heute. Sie wurde jahrzehntelang (bis 1945) von Eugenie Lenz geführt, die 1903 zunächst als Bedienstete begann und dann lange als Wirtin und Inhaberin die "Seele" des Betriebs war. Nach einer Nutzung durch die Franzosen war von 1949 bis 1970 Hermann Lindenschmid aus Lustnau der Wirt. 1970 wurden die Brauereigebäude abgerissen. Auch zwei schöne Biergärten, die sehr beliebt waren, wurden beseitigt, was viele Ältere noch heute bedauern. Auf dem Gelände wurde ein großes modernes Wohn- und Geschäftszentrum errichtet. [[1979]] wurde das Lokal an das [[Tübinger Studentenwerk]] verpachtet, das es bald kaufte. Besonders beliebt in dieser Zeit waren die vielen Kartoffelvariationen. [[2005]] übernahm das Ehepaar Uibel die Gaststätte. <ref>Artikel im Schwäbischen Tagblatt, 21. Oktober 2006 (ausgehängt im Gastraum der Marquardtei), und eine Führung des Schwäbischen Heimatbunds am 22. Juli 2017</ref>
  
  
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*[http://www.bierschilder.de/daten/gr/2818_1.jpg Historisches Emaille-Schild]
 
*[http://www.bierschilder.de/daten/gr/2818_1.jpg Historisches Emaille-Schild]
*[http://www.zeit-zeugnisse.de/pu_zz/popup.php?bi=NTM3NTE4Mw==&pageid=600 Foto von 1909 des einstigen Brauereiwagens der Marquardtei mit Johannes Schneider am Steuer.]
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*[http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Suche?search=brauerei+marquardtei+ Foto von 1909 des einstigen Brauereiwagens der Marquardtei mit Johannes Schneider am Steuer]  
*Herkunft des Namens Bixiers, in: [https://books.google.de/books?id=0K4R4zq1ICkC&pg=PA104&lpg=PA104&dq=bixiers&source=bl&ots=AiH2dvBNU5&sig=wtQGgHzYb1qZzzr978VL0UhzrXw&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjDx6aXj6DVAhUCPRQKHS0OCTMQ6AEIYzAI#v=onepage&q=bixiers&f=false Theodor Heuß: ''Aufbruch im Kaiserreich: Briefe 1892–1917''], S. 104 (Fußnote).
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*Herkunft des Namens Bixiers, in: [https://books.google.de/books?id=0K4R4zq1ICkC&pg=PA104&lpg=PA104&dq=bixiers&source=bl&ots=AiH2dvBNU5&sig=wtQGgHzYb1qZzzr978VL0UhzrXw&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjDx6aXj6DVAhUCPRQKHS0OCTMQ6AEIYzAI#v=onepage&q=bixiers&f=false Theodor Heuss: ''Aufbruch im Kaiserreich: Briefe 1892–1917''], S. 104 (Fußnote).
  
 
[[Kategorie:Gastronomie]]  
 
[[Kategorie:Gastronomie]]  
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[[Kategorie:Nichtraucherlokal]]  
 
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[[Kategorie:Gewerbe]]  
 
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[[Kategorie:Weststadt]]
 
[[Kategorie:Weststadt]]

Version vom 24. Juli 2017, 21:55 Uhr

Die Marquardtei in der Herrenberger Straße 34 heißt seit einigen Jahren Schnitzelakademie zur Marquardtei. Sie wurde davor mehrere Jahre direkt vom Tübinger Studentenwerk betrieben, wird aber inzwischen an die Familie Uibel verpachtet.[1] Seit 2009 existiert in der Gaststätte ein kostenfreier WLAN-Hotspot.

Marquardtei
Brauerei Marquardt um 1920. Man sieht hier auch die beiden ehemaligen Biergärten: der untere vorn an der Straße und der obere links oben hinter dem Schornstein, teilweise überdacht. - Das noch erhaltene Gasthaus ist vorn rechts.


Geschichte

Die Gaststätte Marquardtei war früher die Brauereigaststätte der Brauerei G. Marquardt. Das Gebäude wurde 1910 von dem Tübinger Architekten Franz Bärtle erbaut und ist außen wie innen weitgehend original erhalten geblieben.

Die Vorgeschichte reicht bis ca. 1818 zurück, als der Büchsenmacher Karl Nisch aus Tirol an der Herrenberger Straße ein Gartenhaus kaufte. Gegen behördliche Widerstände baute er es zum Wohnhaus um. Später wurde daraus die sogenannte Büchsenkneipe. Es war auch Stammlokal korporierter Studenten, die sich "Bixiers" nannten, was von Büchsenkeipe abgeleitet ist. Noch heute nennen sich die Mitglieder der Burschenschaft Germania Bixiers.

In den 1840er Jahren wurde hier von einem Herrn Reiß eine Brauerei gegründet. Diese wurde 1887 von Georg Marquardt übernommen, der sie zur Brauerei G. Marquardt ausbaute. Der Name des Bieres war Tübinger Hofbräu. Einige Jahre nach seinem Tod wurde die Brauerei 1921 von der Stuttgarter Hofbräu AG gekauft. Es ist nicht bekannt, ob und bis wann danach hier noch Bier gebraut wurde. Die Gastwirtschaft Marquardtei exisitierte aber weiter, bis heute. Sie wurde jahrzehntelang (bis 1945) von Eugenie Lenz geführt, die 1903 zunächst als Bedienstete begann und dann lange als Wirtin und Inhaberin die "Seele" des Betriebs war. Nach einer Nutzung durch die Franzosen war von 1949 bis 1970 Hermann Lindenschmid aus Lustnau der Wirt. 1970 wurden die Brauereigebäude abgerissen. Auch zwei schöne Biergärten, die sehr beliebt waren, wurden beseitigt, was viele Ältere noch heute bedauern. Auf dem Gelände wurde ein großes modernes Wohn- und Geschäftszentrum errichtet. 1979 wurde das Lokal an das Tübinger Studentenwerk verpachtet, das es bald kaufte. Besonders beliebt in dieser Zeit waren die vielen Kartoffelvariationen. 2005 übernahm das Ehepaar Uibel die Gaststätte. [2]


Kunstraum H. Fischer

Im Erdgeschoss des Marquardtei-Gebäudes (früher Klavier-Vögele) gibt es einen Heinrich Fischer gewidmeten Kunstraum, in dem Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit haben, sich durch die Präsentation ihrer Werke und Fähigkeiten der Öffentlichkeit vorzustellen. Er hatte von 1976 bis zu seinem Tode Ende Juli 2005 in der Marquardtei gewohnt und gearbeitet.[3]


Quellen

  1. Tübinger Studentenwerk e.V.
  2. Artikel im Schwäbischen Tagblatt, 21. Oktober 2006 (ausgehängt im Gastraum der Marquardtei), und eine Führung des Schwäbischen Heimatbunds am 22. Juli 2017
  3. Heinrich Fischer

Weblinks