Konrad Breuning

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Konrad Breuning (* um 1440, † 1517, hingerichtet) war ein verdienstvoller Tübinger Vogt, dem dieses Amt 1492 von Graf Eberhard im Bart übertragen wurde.


Zuvor war er bereits Richter, Spitalpfleger, Untervogt und Hofgerichtsassessor. 1495, bei der Erhebung Eberhards zum Herzog, bekam Breuning von Kaiser Maximilian Wappen und Adel verliehen. Als der Kaiser den völlig unfähigen Eberhard II. (Nachfolger von Eberhard im Bart) absetzte, gehörte Konrad Breuning zu dem Zwischenregiment, das so lange eingerichtet wurde, bis Herzog Ulrich alt genug war, um die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Berühmt geworden ist Breuning aber vor allem wegen der wichtigen Rolle, die er beim Zustandekommen des Tübinger Vertrags spielte:

Im Mai 1514 kam es in Württemberg zu Aufständen gegen die immer neuen Steuererhöhungen, mit denen Herzog Ulrich versuchte, die vielen Kriege und seine ungeheuer aufwändige Hofhaltung finanzieren zu können. Um diese Rebellionen niederzuschlagen, benötigte Ulrich finanzielle Mittel.

Am 26. Juni 1514 wurde in Tübingen der Landtag einberufen, und nach zähen Verhandlungen auf Schloss Hohentübingen einigte man sich auf Folgendes:

Die Vertreter der Landschaften verpflichten sich, die ungeheuren Staatsschulden in Höhe von fast einer Million Gulden zu begleichen und sichern außerdem ihre Mithilfe bei der Bekämpfung des „Armen Konrad“, wie der Bauernaufstand im Remstal genannt wird, zu. Im Gegenzug erhalten sie dafür weitreichende Mitspracherechte bei Landesveräußerungen und Kriegserklärungen. Die „grundherrliche Abzugssteuer“ wird abgeschafft, wodurch die freie Ausreise ermöglicht wird. Allen Bewohnern wird bei Strafprozessen ein ordnungsgemäßes Verfahren zugesichert. Außerdem wird Tübingen Sitz des württembergischen Hofgerichts. - Dieser Vertrag funktionierte als Tübinger Verfassung fast dreihundert Jahre und gilt als das erste Menschenrechtsdokument auf dem europäischen Festland.


Breunings Verhandlungsgeschick wurde ihm schlecht gedankt: Etwa ein Jahr nach Abschluss des Tübinger Vertrags wurde der Tübinger Vogt wegen Hochverrat auf den Burgen Hohenurach und Hohenneuffen gefangengesetzt und monatelang gefoltert, bis der damals 32-jährige Herzog seinen 77-jährigen politischen Gegner auf dem Stuttgarter Marktplatz öffentlich hinrichten ließ[1] - „ein Justizmord, der das ganze Land in Erregung versetzte.“ [2]


Die Breuningstraße in der Südstadt und die von ihm gestiftete Breuning-Glocke in der Stiftskirche tragen seinen Namen.


Quellen[Bearbeiten]