Astronomische Uhr

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Giebel des Rathauses über der astronomischen Uhr

Die Astronomische Uhr sitzt über einer Uhr mit Stundenzifferblatt im Schmuckgiebel des Rathauses.

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Auf einer runden Scheibe sind die Tierkreiszeichen mit ihren symbolischen Bildern - Tieren, Menschen, etc - im Kreis angeordnet. Drei Zeiger, der Sonnen-, der Mond- und der Drachenzeiger bewegen sich darauf.

Der Sonnenzeiger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Sonne an der Spitze und einem Stern am Ende des Stabes bewegt er sich im Laufe von rund 365 Tagen durch die Zeichen des Tierkreises. Er zeigt nicht nur das Datum an, sondern auch Tag- und Nachtstunden.

Der Mondzeiger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mondphasen-Anzeige

Er zeigt an seiner Spitze eine vergoldete Mondsichel mit einem Gesicht. Er ist der schnellste der drei Zeiger: alle 27 Tage, 7 Stunden und 45 Minuten dreht er sich einmal im Kreis. Die Mondphasen wie Neu- oder Vollmond können in einem kleinen Fenster über der runden Scheibe abgelesen werden, mit einem goldenen Mond mit Gesicht, der mal mehr, mal weniger verdeckt ist.

Der Drachenzeiger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahaufnahme der Zeiger

Sein Name geht auf den alten chinesischen Glauben zurück, wonach bei einer Sonnen- beziehungsweise Mondfinsternis die Sonne beziehungsweise der Mond von einem riesigen Drachen verschlungen werden. Der Drachenzeiger bewegt sich in 18 Jahren und 224 Tagen einmal gegen den Uhrzeigersinn durch den Tierkreis. Er symbolisiert die sogenannte Knotenlinie: Die Umlaufbahnen der Erde und des Mondes verlaufen nicht auf einer Ebene, sondern sind leicht gegeneinander geneigt. Dadurch kommt es zu zwei Schnittpunkten der Bahnen, den sogenannten Mondknoten.[2]

Der Drachenkopf zeigt zum aufsteigenden, der Drachenschwanz zum absteigenden Knoten. Wenn sich der Mond nahe einem Knoten befindet und gleichzeitig Voll- oder Neumond herrscht, kann eine Finsternis stattfinden. Aus der Stellung von Sonnen-, Mond- und Drachenzeiger zueinander kann man erkennen, ob es sich um eine Sonnen- oder Mondfinsternis handelt.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tübinger Mathematiker, Physiker und Astronom Johannes Stöffler (1452 - 16. Februar 1531) konstruierte die Uhr 1511 in seiner Werkstatt in Jungingen. Von 1522 - 1530 bewohnte er mit seinen Studenten das Gebäude Kronenstraße 11 am Marktplatz (Herberge "Zur Krone", heute Café Ranitzky), von wo er die Astronomische Uhr sehen konnte.

Die Uhr war bis zum Jahr 1849 in einem Erker im ersten Stock des Rathauses untergebracht. Beim Umbau dieses Stockwerkes wurde die astronomische Uhr dann weiter nach oben in den Ziergiebel im vierten Obergeschoss versetzt.

Seit 1979 wird die Uhr durch eine Synchron-Hauptuhr mit Quarz-Steuerung gesteuert, gleichzeitig erhielt sie ein Glockenspiel mit "Kopenhagener Rathausschlag". Dieses spielt - nach Anwohnerprotesten - seit 1988 nur noch um 9, 12, 16 und 18 Uhr.

1993 konnte das alte Uhrwerk restauriert und wieder instand gesetzt werden. Seitdem geht die astronomische Uhr wieder störungsfrei und astronomisch genau.

Jubiläum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. März 2011 wurde das fünfhundertjährige Jubiläum des Bestehens der Uhr begangen. Beim Festvortrag gab es Führungen und Vorträge der ehrenamtlichen Uhrenführer Martin Boertzel und Wolfgang Binder.

Am Samstag, 2. April 2011 fanden zwei Sonderführungen statt, bei denen, nach dem Blick in die Uhrenstube auf der Rathausbühne, die komplizierte Mechanik erklärt wurde.

Das Originalzifferblatt ist im Stadtmuseum zu besichtigen: Es wurde mit Mitteln der Freunde des Stadtmuseums 2010 renoviert. Erläuterungen zum Zifferblatt und dessen Restaurierung gibt es im auf www.tuebingen.de/astrouhr und bei Führungen im Stadtmuseum.

Am Dienstag, 5. April 2011 begannen wieder die regelmäßigen monatlichen Führungen.[3]

Führungen zur astronomischen Uhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf Weiteres finden keine Führungen zur astronomischen Uhr statt. Falls wieder Führungen angeboten werden können, werden die Termine auf der Seite www.tuebingen.de/astrouhr veröffentlicht.

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]